Atme
Nocte Obducta - Nektar Teil 2
Und nur das junge Laub verliert noch manche Träne
Ein Parfüm von feuchter Erde
Die Hände feucht und kalt
Vom Pflücken zarter Blumen
Die schwer und so gebeugt von zu viel Nass
Doch langsam kommt ihr Duft zurück
Denn sterben werden sie in unsren Händen
wo sie entwurzelt sind durch mich
Wir wollen nicht die Stille auch noch töten
Lausche nur dem süßen Duft des klammen Frühlingsabendlichts
Der letzte Herbst war mir ein ein Starren aufs Schafott
Der letzte Herbst war mir ein Mord an einem Gott
Der letzte Herbst war mir ein gnadenloser Blick
Des Henkers der mich auf mein schwaches
Der letzte Winter war mir ein tiefes
Der letzte Winter war mir ein Traum
Der letzte Winter war Erwachen in der Nacht
Schutzlos und nackt und zitternd um den Schlaf gebracht
Alles in mir schreit nach Leben
ich war viel zu lange tot
Ein Frühlingsregen tilgt das Übel
welches Lächeln mir verbot
Doch wo in mir sind jene Worte
Die mir deine Augen zeigten
die zurück ins Leben führen…;
Hinter diesen Augen liegt ein See
ich werde niemals mehr so unbeschwert wie damals sein
Doch Lethe weint diesen tiefen See
Es sinkt die dampfende Sonne leis' in nebligen Schlaf
Es regt sich Bedauern im Herzen
wo mein Scheitern mich traf
Denn es wecken verstummte Ruinen so viel schlafendes Gestern
Es schmiegt sanft sich Moos an Ruinen
Doch ich spüre mein Herz wieder schlagen
Lasse dein Flüstern im Wind mit dem Rascheln
wiegenden Blätter verschwimmen
Eins werden Atmen und Abend und Blicke
Und Worte der sehnsüchtig wispernden Stimmen
Ich entsinne mich der Glut des Blutes unter Haut
Noch ist mir die Wärme von Geborgenheit vertraut