letzte worte
saltatio mortis
die ich nachts voll hochmut pfluckte
ward uber tag schon welk in meiner hand
die ich ungestum zerdruckte
nie ihren weg zur vollen blute fand
manch frommer wunsch verstarb in meinen armen
und manch traum wurde mir zur wirklichkeit
sie kannten kein erbarmen
und nagten an mir wie der zahn der zeit
und wenn mich einst des todes finger greifen
wenn nichts mehr bleibt und niemand bei mir ist
wer an mich denkt und wer mich schnell vergisst
bin mit den freunden weit hinaus gezogen
niemals lang an einem ort
und war zum bleiben ich einmal gewogen
trug mich das fernweh weiter mit sich fort
manch holde maid habe ich frech belogen
hab mit so mancher schon das bett geteilt
und keine hatte je mein herz geheilt
und wenn mich einst des todes finger greifen
wenn nichts mehr bleibt und niemand bei mir ist
wer an mich denkt und wer mich schnell vergisst
doch ich verstand zu leben
war masslos und verlangte stets zuviel
ich nahm mir alles und hab nichts gegeben
doch meine wege fanden stets ihr ziel
manch blutig' schlacht hab ich im zorn geschlagen
so manchem falschen freund mein lied ich sang
oft totgesagt blieb ich dennoch am leben
und wenn mich einst des todes finger greifen
wenn nichts mehr bleibt und niemand bei mir ist
wer an mich denkt und wer mich schnell vergisst
wie man einem freund vergibt
wie ich von mir dachte: hier liegt einer der das leben liebt""